Ernährungstipp

Mohn – heimisches Superfood

28.03.2018

Die Familie der Mohngewächse umfasst weltweit bis zu 120 Arten. Bekannt ist der wilde Mohn, auch Klatschmohn genannt, der im Frühsommer die Wegränder und Felder mit seiner leuchtend roten Farbe schmückt. Er ist schwach giftig und kann bei übermäßigem Verzehr zu Magen-Darm-Beschwerden oder Bauchschmerzen führen. Interessant für die Verwendung in der Küche sind:

  • Graumohn: dient vor allem im Waldviertel für viele süße Köstlichkeiten wie Knödeln, Zelten und Strudel
  • Blaumohn: für pikante Gerichte gut geeignet
  • Weißmohn: wird vor allem in der indischen Küche häufig verwendet

Neben dem guten Geschmack hat der Mohn und vor allem seine Inhaltsstoffe noch mehr zu bieten. Die Mohnsamen bestehen zu 40 – 50 % aus Öl, das durch kalte Pressung gewonnen wird. Es hat einen nussigen Geschmack und besteht zu ca. 60 % aus der Omega-6-Fettsäure Linolsäure und zu ca. 30 % aus der einfach ungesättigten Ölsäure, welche einen positiven Einfluss auf den Cholesterinspiegel und die Blutfette haben. Die ausschließliche Verwendung von Mohnöl ist jedoch nicht zu empfehlen, da ein optimales Verhältnis zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren wichtig ist. Daher sollten auch Leinöl, Rapsöl oder Hanföl, etc. verwendet werden.

Mohn besteht zu 20 % aus Eiweiß und enthält vor allem die Aminosäuren Leucin und Lysin, welche der Körper nicht selbst herstellen kann und daher unbedingt über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Durch den sehr hohen Ballaststoffgehalt wird das Sättigungsgefühl gefördert, der Blutzucker steigt langsamer an und die Verdauung wird reguliert.

Neben vielen wichtigen Vitaminen, vor allem B-Vitamine und Folsäure, ist besonders der hohe Calciumgehalt hervorzuheben. Ein Esslöffel liefert ca. 290 mg (ca. 1/3 des Tagesbedarfs). Calcium ist ein wichtiger Bestandteil von Knochen und Zähnen und spielt eine wichtige Rolle bei der Muskelfunktion sowie der Blutgerinnung.

In der Küche lässt sich Mohn vielseitig einsetzen. Das kaltgepresste Mohnöl sollte nicht erhitzt werden und findet daher bei der Zubereitung von Salaten, beim Marinieren von Rohkost oder als geschmackliche Ergänzung im Frühstücks-Getreidebrei Anwendung. Mohnsamen können vor der Zubereitung gequetscht oder gemahlen werden, wodurch sich der nussige Geschmack entfalten kann und die Nährstoffe besser vom Körper aufgenommen werden können. Neben den klassischen Rezepten wie Mohnnudeln, Mohnzelten, Mohnknödel, Mohntorten oder -kuchen kann Mohn auch für pikante Speisen verwendet werden wie für Mohnpesto, Fleisch oder Fisch mit Mohnkruste oder Mohn-Käseschöberl als Suppeneinlage.

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